Zum Vision Summit 2009 musste ich hin, das war schon länger klar. Nach und nach wurde mir aber deutlich, dass das ja am Wochenende stattfand. Eine Teilnahme ist daher nicht gerade einfach ist wenn man auch ein normales Familienprogramm am Wochenende hat. Ich konnte daher jeweils nur kurz vorbei schauen.
Am Samstag war also nur ein kurzer Besuch einer Session mit Vertretern von betterplace.org und einer Initiative für ein Kino und eine Filmproduktion in Palästina. Bei betterplace.org ist der Anspruch auf ein Social Business offenbar. Interessant waren Details wie das ganz strikte Insistieren dass man Initiativen auf der Site nicht inhaltlich prüft. Was vollständig nachvollziehbar ist.
Bei der Filmemacherinitiative wurde schon ansatzweise deutlich welche Zwänge zu überwinden sind: Palästinensiche Filmprojekte können nur durch israelische Produktionsfirmen hergestellt werden, dadurch werden sie aber in arabischen Ländern boykottiert… Überzeugend ist natürlich die Argumentation dass herkömmliches Business um ein Kino herum entsteht. Es fehlten für mich Überlegungen zur Übertragbarkeit.
Am Sonntag habe ich meine kurze Besuchszeit nicht für die hochrangigste Podiumsdiskussion genutzt sondern einen kurzen Rundgang über das “Vision Fair” gegönnt, dazu ein separater Post. Für eine “Summit” war der Bereich aus meiner Sicht erstaunlich klein geraten.
Die mich wirklich interessierenden Sitzungen “PARLIAMENT OF ACTION - PLENUM: PRÄSENTATION BEISPIELGEBENDER SOCIAL BUSINESS PROJEKTE” und “PARLIAMENT OF ACTION - 1) SOCIAL IMPACT FINANZINSTRUMENTE” konnte ich zeitlich leider nicht wahrnehmen, der Sonntag Nachmittag ist andersweitig verplant.
Insgesamt bin ich eher enttäuscht. Ich würde mir lieber eine Arbeitskonferenz unter der Woche vorstellen, vielleicht mit Pitches von Social Businesses anstelle von Podiumsdiskussionen auf 1000-miles-high Niveau. Die übertriebene Rhetorik scheint mir nicht angemessen. Was ist denn eigentlich ein “PARLIAMENT OF ACTION”? Was sind denn “bessere Pioniere eines neuen Kulturimpulses”?
Abschließende Anekdote: Auf dem eiligen Rückweg zum Auto fragte mich ein leicht gestyler Mensch, in welche Richtung er denn zu “diesem Summit” gehen müsste, also - und ich bin mir ganz sicher das richtig gehört zu haben - “zu dieser Veranstaltung von dem Professor Veltins”…