Zeitschrift “Forum Nachhaltig Wirtschaften”

Beim Vision Summit gab es die Ausgabe 4/2009 in der Konferenztasche. Ich fand es ganz interessant, dass es ein solches sehr gut gestaltetes Magazin gibt und hatte auch ein oder zwei interessante Artikel gefunden die Material für “Eselsohren” geliefert hätten. Beim Nachlesen dann fiel mir aber auf, dass die interessanten “Artikel” eigentlich Anzeigen waren.

Es stellte sich heraus, dass man optisch sehr schlecht unterscheiden kann dass es sich um Anzeigen handelt. Das Muster dafür geht so: Auf der einen linken Seite steht ein redaktioneller Artikel, der von einer Anzeige rechts gefolgt wird. Allerdings ist das Layout so, dass man diesen Unterschied erst auf den zweiten Blick erkennt. Hier eine linke Seite mit Falz:

Kopf einer linken Seite

Kopf einer linken Seite

Und hier der Kopf der rechten Seite.

Kopf einer rechten Seite

Kopf der gegenüberliegenden rechten Seite

Es handelt sich also um ganzseitige Anzeigen im Layout des redaktionellen Teils. Wenn ich das Heft durchzähle komme ich bei insgesamt 116 Druckseiten auf 29 ganzseitige Anzeigen von denen 17 im Heftlayout gestaltet sind. 29 Anzeigenseiten auf 116 Druckseiten ist nicht schlimm. Wenn ich den zufällig ausgewählten kulturSPIEGEL 12/2009 durchzähle sind von dortige 64 Druckseiten insgesamt 18 ganzseitige Anzeigen, also sogar ein höherer Anteil. Allerdings sind dort 0 Anzeigen in das Heftlayout integriert.

Das “Forum Nachhaltig Wirtschaften” wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M. e.V.) herausgegeben, einem Industrieverband. Wenn man den Anspruch ernst nimmt, sich mit Nachhaltigkeit und wirtschaften auseinanderzusetzen, dann sollte man doch insbesondere bei der Trennung zwischen redaktionellem Inhalt und Anzeigen besonders präzise sein.

Update: Bitte den Kommentar hierzu von Fritz Lietsch, Herausgeber forum Nachhaltig Wirtschaften und ECO-World, beachten.

Update2: Natürlich habe ich auch auf dieser Website Werbung. Ich denke aber, dass sie hinreichend als solche optisch auf den ersten Blick erkennbar ist.

Eindruck Vision Summit 2009

Zum Vision Summit 2009 musste ich hin, das war schon länger klar. Nach und nach wurde mir aber deutlich, dass das ja am Wochenende stattfand. Eine Teilnahme ist daher nicht gerade einfach ist wenn man auch ein normales Familienprogramm am Wochenende hat. Ich konnte daher jeweils nur kurz vorbei schauen.

Am Samstag war also nur ein kurzer Besuch einer Session mit Vertretern von betterplace.org und einer Initiative für ein Kino und eine Filmproduktion in Palästina. Bei betterplace.org ist der Anspruch auf ein Social Business offenbar. Interessant waren Details wie das ganz strikte Insistieren dass man Initiativen auf der Site nicht inhaltlich prüft. Was vollständig nachvollziehbar ist.

Bei der Filmemacherinitiative wurde schon ansatzweise deutlich welche Zwänge zu überwinden sind: Palästinensiche Filmprojekte können nur durch israelische Produktionsfirmen hergestellt werden, dadurch werden sie aber in arabischen Ländern boykottiert… Überzeugend ist natürlich die Argumentation dass herkömmliches Business um ein Kino herum entsteht. Es fehlten für mich Überlegungen zur Übertragbarkeit.

Am Sonntag habe ich meine kurze Besuchszeit nicht für die hochrangigste Podiumsdiskussion genutzt sondern einen kurzen Rundgang über das “Vision Fair” gegönnt, dazu ein separater Post. Für eine “Summit” war der Bereich aus meiner Sicht erstaunlich klein geraten.

Die mich wirklich interessierenden Sitzungen “PARLIAMENT OF ACTION – PLENUM: PRÄSENTATION BEISPIELGEBENDER SOCIAL BUSINESS PROJEKTE” und “PARLIAMENT OF ACTION – 1) SOCIAL IMPACT FINANZINSTRUMENTE” konnte ich zeitlich leider nicht wahrnehmen, der Sonntag Nachmittag ist andersweitig verplant.

Insgesamt bin ich eher enttäuscht. Ich würde mir lieber eine Arbeitskonferenz unter der Woche vorstellen, vielleicht mit Pitches von Social Businesses anstelle von Podiumsdiskussionen auf 1000-miles-high Niveau. Die übertriebene Rhetorik scheint mir nicht angemessen. Was ist denn eigentlich ein “PARLIAMENT OF ACTION”? Was sind denn “bessere Pioniere eines neuen Kulturimpulses”?

Abschließende Anekdote: Auf dem eiligen Rückweg zum Auto fragte mich ein leicht gestyler Mensch, in welche Richtung er denn zu “diesem Summit” gehen müsste, also – und ich bin mir ganz sicher das richtig gehört zu haben – “zu dieser Veranstaltung von dem Professor Veltins”…

Eselsohren aus der Glocalist Review 245-246

Interessanter Hinweis aus der Glocalist Review 245-246:

  • Die Studie “Consumers, business and climate change” des Sustainable Consumption Institute der University of Manchester beschreibt Konsum als Hauptemittent von CO2 und gibt Empfehlungen für Änderungen der Herstellung von Produkten und der Konsumenten Empowering.

Eselsohren aus der Glocalist Review 243-244

Interessanter Hinweis aus der Glocalist Review 243-244:

  • Das Netzwerk für Nachhaltige Ökonomie bietet lt. seiner Homepage “Menschen aus allen gesellschaftlichen Akteursgruppen sowie Wissenschaftlern aus allen Disziplinen, die einen Beitrag für eine Nachhaltige Ökonomie (Sustainable Economics) leisten wollen, ein Diskussions- und Aktionsforum.”

Eselsohren aus der Glocalist Review 241-242

Interessante Hinweise aus der Glocalist Review 241-242:

  • Der econsense - Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e. V. ist lt. seiner Homepage “ein Zusammenschluss führender global agierender Unternehmen und Organisationen der deutschen Wirtschaft zu den Themen Corporate Social Responsibility (CSR) und Nachhaltige Entwicklung (Sustainability). Das Unternehmensnetzwerk - im Jahr 2000 auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. (BDI) gegründet - versteht sich als Think Tank und zentrale Dialogplattform.”
  • Schwarmstrom von Lichtblick

Eselsohren StiftungsWelt 03-2009

Im Stiftungslexikon zu Venture Philantropy finden sich einige Links zu Risikokapitalgebern für soziale Organisationen:

impACT³: Social Entrepreneurship mit 4 EUR starten

Der Studentenwettbewerb für Social Entrepreneurship impACT³ in Bremen sucht und prämiert Visionen angehender Natur- und Sozialwissenschaftler sowie zukünftiger Ingenieure und Geisteswissenschaftler.

Stern: Singularity University will das Leben der Menschen verbessern

Interessanter Beitrag über die Singularity University in der Studierende Ideen entwickeln sollen wie durch Technologie das Leben der Menschen verbessert werden. Ein teures Vergnügen aber mit prominenten Dozenten…

Nachtrag: Auch der SPIEGEL berichtet jetzt in dem Beitrag Mit Grips gegen Kriege, Krisen, Katastrophen.

Freie Suchmaschine mit SuMa Award

In der Kategorie Informationszugang in nicht-industrialisierten Ländern hat das Freedombox Search Project einen der Awards des Vereins zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs (SuMa-eV) erhalten. Das Projekt erstellt leicht installierbare und kleine Server für die Suche in lokalen Netzwerken, die auch schon mit frei verfügbaren Inhalten vorgefüllt sein können.

Die Projektseite berichtet “In einem Pilotprojekt in Jalabad, Afghanistan wurde eine einfache Installation in Zusammenarbeit mit der Freifunk-Community, der Open-Source-Firma Paiwastoon und dem OLPC-Projekt getestet und erste Erfahrungen gesammelt.”

Neben dem technischen Konzept würde doch jetzt ein Modell benötigt mit dem ein Mehrwert durch verbesserte Suche in solchen lokalen Informationenbeständen gehoben werden kann.

Eselsohren aus der Glocalist Review 239-240

Interessanter Hinweis aus der Glocalist Review 239-240: